Fleischlose Ernährung beim Hund - Welche Möglichkeiten gibt es?

Hund mit HerrchenImmer mehr Menschen ernähren sich bewusst und reduzieren ihren Fleischkonsum. Auch bei der Ernährung des Hundes hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Viele Hundehalter setzten sich intensiver mit der Wahl des Futters auseinander. Einige stellen sich sogar die Frage: Kann ich meinen Hund auch ohne Fleisch ernähren?

Welche Gründe gibt es auf Fleisch zu verzichten?

    • Allergien und Unverträglichkeiten
    • Nutztiere müssen leiden
    • Schlecht für die Umwelt
    • Antibiotikarückstände im Fleisch


    Der wachsende Appetit auf Fleisch hat dramatische Folgen für unsere Umwelt. Für Weiden und Futtermittelanbau werden in Südamerika riesige Waldflächen gerodet. Der hohe Fleischkonsum wirkt sich negativ auf unser Klima aus. Gleichzeitig sind die Haltungsbedingungen von Hühnern, Schweinen und Rindern in den allermeisten Fällen nicht artgerecht. Viele Tiere leiden unter den katastrophalen Bedingungen der Mast. Hinzu kommt, dass das Fleisch (insbesondere Huhn) oft mit Antibiotikarückständen belastet ist.

    Häufig wird das Argument angebracht, für Hundefutter werde nur das Fleisch verwendet, das der Mensch nicht möchte. Das ist aber nicht richtig. Heutzutage findet sich auch oft Fleisch in „Lebensmittelqualität“ im Hundefutter. Außerdem ist Tiernahrung eine wichtige Einnahmequelle für die Fleischindustrie. Wer die katastrophalen Mastbedingungen nicht unterstützen möchte muss nach Alternativen suchen.

    Schweine

    Doch nicht nur ethische Motive bringen Hundehalter dazu, über ein Hundefutter ohne Fleisch nachzudenken. Immer mehr Hunde leiden unter Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten. Meistens ist das Protein im Fleisch der Auslöser. In manchen Fällen ist es nicht möglich eine Fleischsorte zu finden, die der Hund ohne Probleme verträgt.

    Definition von Fleisch: Es gibt keine eindeutige Definition des Wortes Fleisch. Üblicherweise versteht man darunter Teile von Säugetieren und Vögeln, die zur Ernährung genutzt werden. Essbare Teile von Fisch und Insekten werden in der Regel nicht als Fleisch bezeichnet.

     

    Welche Möglichkeiten gibt es für eine fleischfreie Fütterung?

    Es gibt verschiedene Futteralternativen, welche mehr Tierschutz und eine bessere Umweltbilanz garantieren. Wichtig ist, dass die Makronährstoffe Proteine, Kohlenhydrate und Fette sowie alle Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) in ausreichender Menge und Qualität enthalten sind.

    Hund Schwein

    Insekten als Proteinquelle:

    Die Vorteile im Überblick:

      • Artgerecht Haltung der Insekten
      • Hochwertiges, tierisches Eiweiß
      • Beste Verträglichkeit und hohe Akzeptanz
      • Ohne Tierversuche


        Insekten sind eine nachhaltige Alternative zu Fleisch. Sie benötigen extrem wenige Ressourcen und sind deswegen sehr umweltfreundlich. Außerdem können sie mit verhältnismäßig kleinem Aufwand artgerecht gehalten werden. Für unser Hundefutter verwenden wir die Larven der Soldatenfliege (Hermetia illucens). Sie haben einen Proteingehalt von 58% und enthalten damit sogar mehr Eiweiß als Rindfleisch. Aber nicht nur die Menge ist wichtig, sondern auch die Qualität.. Unsere Insekten sind genau wie Fleisch und Fisch sehr gut verdaulich. Ihr Protein hat eine höhere biologische Wertigkeit als das von Pflanzen. Das bedeutet, dass der Hund das Insektenprotein besser verwerten kann. Darüber hinaus sind die Insekten reich an Vitamin B12. Dieses Vitamin kommt natürlicherweise nur in tierischen und nicht in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Es wird für die Blut- und Zellbildung sowie das Nervensystems des Hundes benötigt. Zusätzlich sind Insekten reich an Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Kalzium. Das fördert, unterstützt und aktiviert den gesamten Stoffwechsel deines Hundes.

         

        Vegetraisch / Vegan

        Bei einer vegetarischen Ernährung muss auf die richtige Zusammenstellung geachtet werden, da aufgrund der pflanzlichen Proteine ein erhöhtes Risiko einer mangelnden Versorgung des Hundes mit essentiellen Aminosäuren wie Lysin, Methionin und Tryptophan sowie mit Taurin und Carnitin besteht. Dieser Mangel kann sich auf die Fellqualität niederschlagen, genauso wie auf das Skelett. Aber auch Gelenkerkrankungen und eine gestörte Verdauung sind möglich.

        Proteine sind wichtig für das Wachstum und die Muskelerhaltung. Alle essentiellen Aminosäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden, da der Hund sie nicht selbst herstellen kann. Bei einer veganen Ernährung muss eine Kombination von verschiedenen Pflanzen verwendet werden um alle essentiellen Aminosäuren abzudecken. Dies sind häufig Hülsenfrüchte oder Getreide wie, Reis, Mais, Weizen und Gerste. Die Proteinversorgung ist wie beim Menschen auch mit einer veganen Ernährung möglich.

        Getreide

        Protein auf pflanzlicher Basis hat jedoch den Nachteil, dass es nur wenige ansäuernden Aminosäuren (Glutamin- und Asparaginsäure) enthält. Das kann zu einer Harn-Alkalisierung führen (pH> 7). Bei alkalischem Urin besteht für Hunde ein erhöhtes Risiko, krampfhafte Kristalle, Dysurie, Hämaturie zu entwickeln und den Harnweg zu verstopfen, was tödliche Folgen haben kann.

        Dies kann durch bestimme Zutaten im Hundefutter korrigiert werden. Säurebildende Bestandteile sollten jedoch mit Vorsicht angewendet werden, da eine Überversorgung deines Hundes zu Problemen führen kann. Deswegen solltest du bei deinem Hund den Säuregehalt des Urins bei einer Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung regelmäßig überwachen. So kannst du Änderungen erkennen und Krankheiten vorbeugen.

        In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Fleischunverträglichkeiten, speziellen Allergien oder Stoffwechselerkrankungen kann eine vegetarische Ernährung empfehlenswert oder sogar notwendig sein.

         

        Fazit:

        Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine fleischlose Ernährung deines Hundes sehr gut möglich ist. In unseren Augen sind Insekten die perfekte Proteinquelle. Aber auch eine vegetarische/vegane Ernährung kann unter Umständen möglich sein. Hierbei besteht jedoch ein erhöhtes Risiko von Mangelerscheinungen und Komplikationen. Für aktive Hunde, Welpen sowie tragende und säugende Hündinnen ist vegetarisches Futter nicht geeignet. Insekten liefern hochwertige, tierische Nährstoffe, und haben zugleich aber viele Vorteile gegenüber Fleisch. Sie eignen sich für Allergiker, sind umweltfreundlich, die Haltung ist artgerecht und bei der Zucht werden keine Antibiotika eingesetzt. Egal für welche Art du dich am Ende entscheidest, das wichtigste ist, dass es deinem Hund schmeckt und er mit allen Nährstoffen versorgt ist.