Leishmaniose beim Hund – Die gefährliche Mittelmeerkrankheit

Welpen auf Straße

Leishmaniose – Symptome, Diagnose und Behandlung

 Leishmaniose ist eine immer häufiger auftretende Krankheit bei Hunden. Auch in Deutschland nimmt die Zahl der erkannten Hunde weiter zu. Ohne Behandlung kann diese Krankheit tödlich enden. Wir erklären dir, auf welche Anzeichen du achten solltest und wie du Leishmaniose bei deinem Hund behandeln kannst.

Definition - Leishmaniose

Bei der Leishmaniose ist der Hund mit winzig kleinen Parasiten, den Leishmanien, befallen. Überträger der Parasiten ist die Sandmücke. Die Mücke kommt vor allem in Italien, Frankreich, Spanien und dem weiteren Mittelmeerraum vor. Sie breitet sich aber auch immer mehr in Österreich und Deutschland aus. Leishmaniose wird auch als Reisekrankheit bezeichnet. Oft infiziert sich der Hund in einem Land mit erhöhtem Sandmückenvorkommen. Importierte Hunde aus dem Tierschutz sind meist befallen, weshalb bei ihnen eine Untersuchung auf Leishmaniose sinnvoll ist. Die Parasiten sind durch den Wirt nur schwer zu bekämpfen. Eine Infektion kann zu einer Immunveränderung führen, wodurch wichtige Organe und Gelenke massiven Schaden nehmen. Bei einem Verdacht auf Leishmaniose empfehlen wir sofort eine Tierarztpraxis aufzusuchen.
Leishmaniose Verbreitung
Verbreitung der Leishmaniose

Infektion - Wie kann sich mein Hund mit Leishmaniose anstecken?

Sandmücke
Weibliche Sandmücke der Art Phlebotomus papatasi bei der Blutmahlzeit
Die Sandmücke ist der Überträger der Leishmaniose. Die Mücken stecken sich bei bereits infizierten Tieren an und übertragen die Leishmanien auf das nächste Säugetier. Die direkte Übertragung unter Hunden wurde ebenfalls untersucht. Dabei erkannte man, dass durch Bissverletzungen die Leishmanien von einem Hund auf den anderen Hund übertragen werden können. Auch eine Infektion während des Deckaktes ist nicht auszuschließen. Neben Hunden sind auch Nager, Pferde, Katzen und sogar der Mensch als mögliche Wirte bekannt. Eine Übertragung der Leishmaniose vom Hund auf den Menschen ist bis heute nicht bekannt.

Symptome – Diese Anzeichen solltest du kennen

Leishmaniose ist eine komplexe Krankheit und kann sich auf unterschiedliche Arten äußern. Bis der Hund Symptome zeigt, können mehrere Monate oder sogar bis zu acht Jahre vergehen. Teilweise kann ein Hund auch symptomfrei bleiben. Ob dein Hund bei Leishmaniose Symptome zeigt, hängt davon ab, wie sein Immunsystem auf die Erreger reagiert. Einige Hunde aktivieren Abwehrmechanismen, welche die Parasiten töten oder unter Kontrolle halten. Häufig bricht die Krankheit aber aus. Der Hund wirkt müde und abgeschlagen. Nach einiger Zeit schwellen die Lymphgefäße an und es entstehen Hautentzündungen. Die Entzündungen beginnen häufig an den Ohrrändern, der Nase und um die Augen. Weitere Symptome bei Leishmaniose sind Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall. Ist die Leishmaniose weit fortgeschritten, können wichtige Organe, Gelenke, Augen und Blutgefäße massiven Schaden nehmen. Bis heute sind noch nicht alle Krankheitsvorgänge genau erklärt. Daher sollte beim Auftreten dieser Symptome dringend ein tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Die häufigsten symptome bei Leishmaniose

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Anschwillen der Lymphgefäße
  • Hautentzündungen an den Ohrrändern, der Nase und um die Augen
  • Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall

Diagnose – So wird Leishmaniose bei deinem Hund nachgewiesen

Die Diagnose von Leishmaniose kann eine Herausforderung sein, da es viele Krankheiten mit ähnlichen Symptomen gibt. Eine genaue Bestimmung der Leishmaniose ist wichtig, um die Krankheit schnell und richtig zu behandeln. Warst du vor einiger Zeit mit deinem Hund im Urlaub und zeigt er einige typische Symptome, lässt sich die Leishmaniose bereits vermuten. Eine anschließende Blutuntersuchung zeigt in der Regel mehrere typische Veränderungen der roten und weißen Blutkörperchen. Teilweise lassen sich die Leishmanien oder die vom Immunsystem gebildeten Abwehrstoffe durch Labortests nachweisen. Steht eine eindeutige Diagnose fest, beginne sofort mit der Behandlung der Leishmaniose.

Therapie – Glücklich trotz Leishmaniose

Wird die Leishmaniose nicht behandelt, hat der Hunde eine Lebenserwartung von maximal zwei bis drei Jahren. Viele Tiere sterben bereits vorher an Nierenversagen. Der Hund hat die Erreger ein Leben lang in seinem Körper, weshalb Leishmaniose nicht heilbar ist. Eine Therapie verfolgt das Ziel, die Symptome der Leishmaniose zu lindern. Trotzdem ist nach erfolgreicher Behandlung ein erneuter Ausbruch nicht unwahrscheinlich. Der Hund benötigt also ein Leben lang eine besondere Versorgung, was mit einem hohen Aufwand und hohen Kosten verbunden ist. Außerdem können einige Medikamente schmerzhafte Nebenwirkungen auslösen. Mit der richtigen, lebenslangen Therapie ist ein langes und glückliches Hundeleben aber trotzdem möglich.
Hund im Wald

Medikamente bei Leishmaniose

Die Behandlung der Leishmaniose erfolgt mit verschiedenen Arzneimitteln. Die Medikamente hemmen das Wachstum der Leishmanien und lindern die Symptome, können die Erreger aber nie ganz abtöten. Daher ist eine lebenslange Behandlung notwendig. Das am häufigsten verwendete Medikamente ist Allopurinol. Es wir oral verabreicht und lindert die Symptome. Gleichzeitig steigt durch Allopurinol das Risiko der Harnsteinbildung und der Nierenerkrankung. Trotz der starken Nebenwirkungen tragen die Medikamente zu einer höheren Lebensqualität des Hundes bei. Eine Behandlung der Leishmaniose ohne Medikamente ist bis heute nicht möglich.

Purinarme Hundeernährung bei Leishmaniose

Erfolgt die Behandlung der Leishmaniose mit dem Medikament Allopurinol, ist eine purinarme Ernährung des Hundes sinnvoll. Der Hintergrund ist, dass Allopurinol den Purinstoffwechsel beeinflusst. Purine sind überlebenswichtige Bestandteile des Organismus und für den Aufbau der DNA notwendig. Der Körper bildet die Purine und scheidet überflüssiges Purin über den Urin aus. Zusätzliche Purine nimmt der Hund über die Nahrung auf. Allopurinol verhindert den Abbau des Purins. Der Hund bildet ein Zwischenprodukt, sogenanntes Xanthin. Die erhöhte Xanthinausscheidung über den Urin begünstigt die Bildung von Harnsteinen. In diesem Fall sogenannte Xanthinsteine. Eine purinarme Fütterung deines Hundes entlastet den Purinstoffwechsel und mindert das Risiko der Xanthinsteinbildung. Doch ein geeignetes purinarmes Hundefutter zu finden ist nicht leicht. Nur wenige Hersteller deklarieren den Puringehalt ihres Futters. Daher empfehlen wir, bei der Auswahl des Futters einen tierärztlichen Rat einzuholen. Ausführliche Informationen über eine purinarme Ernährung bei Hunden findest du hier.

Tipps für eine purinarme Ernährung:

  • Nutze ein purinarmes Alleinfuttermittel, achte dabei genau auf die Inhaltsstoffe. Wenn du dir unsicher bist, kontaktiere den Hersteller.
  • Auch die Snacks für deinen Hund sollten purinarm sein. Eine gute Alternative sind purinarmes Trockenfutter oder Käsewürfel.
  • Stelle deinem Hund ausreichend Wasser zur Verfügung. Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme ist für Hunde mit Blasen- und Nierenerkrankungen besonders wichtig.

Kosten bei Leishmaniose

Ist der Hund an Leishmaniose erkrankt, ist eine meist aufwendige Behandlung erforderlich. Da die Krankheit auch nach einer erfolgreichen Therapie erneut ausbrechen kann, müssen einige Medikamente ein Leben lang verabreicht werden. Die Kosten bei Leishmaniose sind allerdings für jeden Hund individuell. Die Dosierung der Medikamente ist abhängig vom Körpergewicht des Hundes. Sollte der Hund nach erfolgreicher Behandlung einen weiteren Leishmaniose-Schub bekommen, sind weitere Medikamente nötig. Bei der Behandlung mit Allopurinol ist eine purinarme Ernährung des Hundes erforderlich. Die Kosten für das Hundefutter sind abhängig von der Futtermenge und dem Hersteller. Nachfolgend haben wir einige der Kostenfaktoren aufgelistet.

Auflistung der Kosten für eine Leishmaniose-Behandlung:

  • Leishmaniose-Test
    50 bis 80 € - einmal jährlich, bei einem aktuen Fall viermal jährlich
  • Blutbild
    25 bis 50 € pro Blutbild - einmal jährlich
  • Behandlung mit Allopurinol
    15 € für 100 Tabletten - 2x täglich 10 mg/kg Körpermasse für min. 6 bis 12 Monate (10 kg Hund = 2x 100 mg pro Tag = ca. 9 € pro Monat)
  • Weitere Medikamente bei einem Schub
    bis zu 500 €
  • Purinarmes Hundefutter
    je nach Gewicht des Hundes und Hersteller - teilweise ein Leben lang

Vorbeugung - Schütze deinen Hund gegen Leishmaniose

Damit dein Hund nicht an Leishmaniose erkrankt kannst du folgende Vorsichtsmaßen befolgen. Eine Impfung kann deinen Hund ebenfalls vor Leishmaniose schützen.

Prophylaxe gegen Leishmaniose

  • Reise nicht in Gebiete, in denen Leishmanien bzw. Sandmücken vorkommen. (Risikogebiete)
  • Wenn doch, verwende spezielle Halsbänder und Spot-on Präparate, die Mücken verlässlich abhalten.
  • Halte deinen Hund während der Dämmerung und Dunkelheit im Haus.
  • Lass deinen Hund gegen Leishmaniose impfen.
Ist dein Hund bereits infiziert solltest du ihn trotzdem vorbeugend gegen Stiche behandeln. Sonst können sich Sandmücken infizieren und die Leishmanien auf weitere Tiere oder Menschen übertragen.

Impfung gegen Leishmaniose

Dein Hund kann ab einem Alter von sechs Monaten gegen Leishmaniose geimpft werden. Die Impfung erfolgt mit drei Injektionen im Abstand von jeweils drei Wochen. Eine Impfdosis kostet 60 €. Im ersten Jahr belaufen sich die Kosten also auf 180 €. Der Impfschutz wirkt erst nach etwa einem Monat ab der letzten Impfung. Ist ein Urlaub geplant, sollte die Impfung also mindestens drei Monate vorher verabreicht werden. Danach benötigt dein Hund eine jährliche Auffrischung. Eine Impfung ist nur möglich, wenn dein Hund negativ auf Leishmanien getestet wurde. Das Risiko einer Leishmanioseerkrankung ist bei geimpften Hunden bis zu viermal geringer. Ein vollkommener Schutz ist aber noch nicht nachgewiesen. Die Impfung aktiviert das Immunsystems des Hundes. Er ist in der Lage, den Erreger ohne Ausbruch von Symptomen zu eliminieren. Ziel der Impfung ist also nicht die Vermeidung der Infektion, sondern die Verhinderung des Krankheitsausbruches.
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