Hund kratzt sich ständig

Hund kratzt sich ständig - Ursache, Therapie & Hausmittel gegen Juckreiz

Dein Hund kratzt sich ständig und hat starken Juckreiz? Wir zeigen dir die häufigsten Ursachen und sechs Tipps, wie du deinem Hund bei Juckreiz helfen kannst. So ist das schmerzhafte Jucken schnell vorbei und dein Hund kommt wieder zur Ruhe.

Krankhafter Juckreiz beim Hund

Kratzen, Knabbern und Lecken sind Teil der Körperpflege und helfen deinem Hund, leichten Stress abzubauen. Doch wann hat dein Hund krankhaften (pathologischen) Juckreiz? Der Verlauf von normalem zu krankhaftem Juckreiz ist fließend. Wenn du kahle oder blutende Stellen im Fell deines Hundes findest, solltest du etwas gegen den Juckreiz unternehmen. Viele Hunde kommen kaum noch zur Ruhe und können nicht schlafen. Teilweise reagieren sie nervös oder sogar aggressiv. Juckreiz ist sehr belastend für deinen Hund. Wenn du krankhaften Juckreiz bei deinem Hund vermutest, versuche ihn mit Futter oder Spielzeug abzulenken. Je schwerer es ist, deinen Hund vom Kratzen abzulenken, desto stärker ist der Juckreiz. Kratzen, Lecken, Knabbern und häufiges Kopfschütteln sind Anzeichen für starken Juckreiz. Dieser kann ernst zu nehmende Ursachen haben. Zähle mit, wie oft dein Hund sich kratzt und beobachte, ob der Juckreiz immer an den gleichen Stellen auftritt. Dadurch sammelst du wichtige Informationen, die bei der Diagnose helfen.

Wann du mit deinem Hund in die Tierklinik fahren solltest:

  • Bei Hautveränderungen (Schuppen, Trockenheit)

  • Bei blutigen oder kahlen Stellen im Fell

  • Wenn dein Hund nervös oder aggressiv reagiert.

  • Wenn dein Hund kaum noch zur Ruhe kommt.

  • Wenn sich dein Hund nicht vom Kratzen oder Lecken ablenken lässt.

Ursachen - Dein Hund kratzt sich ständig und leckt Pfoten?

Juckreiz ist ein Symptom, das viele Ursachen hat. Häufig werden zuerst Parasiten wie Flöhe oder Milben als Ursache vermutet. Außerdem kommen Allergien beispielsweise gegen Pollen, Pflegeprodukte oder Futterbestandteile infrage. Zusätzlich dient Lecken und Knabbern dem Stressabbau. Starker Juckreiz kann also auch psychische Ursachen haben.

Parasiten

Ein Parasitenbefall ist eine häufige Ursache für Juckreiz beim Hund. Zu den Parasiten zählen Läuse, Haarlinge, Flöhe und Milben.

Die häufigsten Milbenarten bei Hunden:

  • Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis)

  • Räudemilbe (Sarcoptes scabiei)

  • Haarbalgmilbe (Demodex canis)

  • Ohrmilben (Otodectes cynotis)

Die Ohrmilben verursachen einen unangenehmen Geruch im Ohr und starken Juckreiz. Dein Hund schüttelt häufig seinen Kopf und kratzt seine Ohren. Viele Hunde lassen sich nicht mehr am Kopf anfassen. Die anderen Milben verursachen Pusteln, Schuppen oder Abschürfungen der Haut, wodurch starker Juckreiz entsteht.

Wie erkenne ich ob mein Hund Flöhe hat?

Flöhe werden meistens von Tier zu Tier übertragen. Dabei sitzen sie vorzugsweise auf dem Rücken, am Bauch, dem Schwanzansatz, den Innenschenkeln und am Hals deines Hundes. Manche Hunde entwickeln eine Flohspeichelallergie, die unangenehmem Juckreiz verursacht. Ob dein Hund Flöhe hat, überprüfst du ganz einfach selbst. Kämme das Fell mit einem Floh- oder Läusekamm (ein sehr feiner Kamm) mehrmals durch. Hat dein Hund Flöhe, sind kleine schwarze Punkte im Kamm erkennbar. Das ist der Kot der Flöhe. Lege den Kot auf ein weißes Taschentuch und feuchte es an. Handelt es sich tatsächlich um Flohkot, lösen sich die Punkte auf und bilden Flecken mit einem roten Rand. Behandle dann deinen Hund, alle anderen Tiere im Haushalt und die Umgebung gründlich gegen Flöhe. Flöhe halten sich gern in der Nähe der Schlafplätze auf. Wasche daher die Betten, Decken und Stoffspielzeuge deines Hundes. Auch Einfrieren tötet die Parasiten ab.

Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit

Juckreiz tritt oft im Zusammenhang mit Futtermittelallergien oder Unverträglichkeiten auf. Meist hat der Hund zusätzlich Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Erbrechen. Mithilfe einer Ausschlussdiät und anschließendem Provokationstest prüfst du, ob eine Allergie gegen Futterbestandteile vorliegt. Wenn du bereits weißt, auf was dein Hund allergisch reagiert, kannst du direkt auf ein hypoallergenes Hundefutter umstellen. Achte dabei darauf, dass dein Hund alle Zutaten des Futters verträgt.

Die Symptome einer Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit treten das ganze Jahr über auf. Hat dein Hund die Beschwerden beispielsweise nur im Frühling oder Sommer, ist vermutlich eine Umweltallergie der Auslöser.

Unsere Empfehlung - Hundefutter bei Allergien und Juckreiz

Für Hunde mit einer Futtermittelallergie empfehlen wir wärmstens unser Hundefutter der Sorten Patentrezept oder Schonkost. Wir verwenden Insekten als hochwertige und seltene Proteinquelle. Sie verleihen dem Futter einen leckeren nussigen Geschmack. Unsere Sorten Patentrezept und Schonkost enthalten nur eine Handvoll Zutaten und sind speziell für empfindliche Hunde. Die Alleinfuttermittel versorgen deinen Hund mit allen nötigen Nährstoffen. Mit unserem Futter haben wir bereits vielen Hunden mit quälendem Juckreiz langfristige Besserung verschafft. Probiere es jetzt aus, sodass dein Hund seine Mahlzeiten wieder genießen kann.

Hautpilz oder Bakterien

Juckreiz beim Hund entsteht auch durch Bakterien oder Hautpilze. Dabei haben Hunde meist fleckförmigen Haarausfall, gerötete oder entzündete Hautstellen oder Schuppen. Bei einer starken Infektion bilden sich sogenannte Hotspots. Das sind schmerzhafte, nässende und übelriechende Entzündungen der Haut. Durch die feuchtwarme Umgebung zwischen den Pfoten oder bei Schlappohren entstehen dort leicht Hefepilze. Sie sind ein natürlicher Schutzmechanismus der Haut und in geringen Mengen vollkommen harmlos. Die Hefepilze verursachen oft einen süßlichen Geruch der Pfoten, den manche mit Popcorn in Verbindung bringen. Wenn sich die Hefepilze vermehren, führen sie zu Juckreiz. Die Pfoten riechen dann unangenehm, ähnlich wie Käse, und dein Hund leckt seine Pfoten. Hautpilze können von Hund zu Hund und sogar auf den Menschen übertragen werden. Fahre daher schnell mit deinem Hund in die Tierklinik. Durch die richtige Behandlung geht es deinem Hund schnell besser und es besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Umweltallergie

Bei einer Umweltallergie, auch Atopie genannt, reagiert dein Hund auf normalerweise harmlose Substanzen. Das sind zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben, Schimmel, Gräser oder Bäume. Die Umweltallergie  äußert sich bei deinem Hund meist mit Juckreiz. Neben Juckreiz haben Hunde meist Ausschlag, Ekzeme, schuppiges Fell oder Haarverlust. Einige Hunde entwickeln eine atopische Dermatitis, also eine allergische Hautentzündung. Dabei sind vor allem die Ohren, die Pfoten und das Gesicht betroffen.

Juckreiz Hund Umweltallergie
Bei einer Umweltallergie hilft die Gabe von Cortison. Allerdings ist Kortison keine langfristige Lösung, da es zu starken Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen führen kann. Eine alternative Behandlung ist die Desensibilisierung gegen die Allergieauslöser. Die Symptome einer Umweltallergie treten vor allem im Frühling und Sommer auf. Manche Hunde sind das restliche Jahr über sogar komplett symptomfrei. Hat dein Hund das ganze Jahr über Juckreiz, ist eventuell eine Futtermittelallergie die Ursache.

Kontaktallergie

Einige Hunde entwickeln eine Allergie gegen Stoffe, die beispielsweise in Reinigungsmitteln, Parfüm, Pflegeprodukten, Pestiziden, Dünger oder Unkrautvernichtern enthalten sind. Der Hund schnüffelt im Gras und nimmt dadurch Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel auf. Die allergische Reaktion verursacht Juckreiz und dein Hund beginnt sich zu kratzen. Hat dein Hund eine Kontaktallergie, solltest du die Berührung mit den entsprechenden Allergenen verhindern. Lasse deinen Hund beispielsweise nicht im Feld spielen, wenn aktuell Dünge-Zeit ist. Wenn du vermutest, dass ein Pflegeprodukt den Juckreiz auslöst, verwende lieber eine Alternative oder lasse es ganz weg. Dadurch kommt dein Hund nicht mehr mit den Auslösern in Kontakt und der Juckreiz sollte sich bald legen.

Psychische Ursachen und Stress

Ständiges Kratzen oder Lecken dient dem Stressabbau. Hunde reagieren sensibel auf Veränderungen. So sind beispielweise ein Umzug oder der Verlust einer Bezugsperson mögliche Auslöser für ständiges Kratzen. Auch unzureichende Beschäftigung, Langeweile, Lärm oder ein stressiges Umfeld verursachen krankhaftes Lecken und Kratzen. Meist leckt sich dein Hund dann nur an einer Stelle und die Haut wird schnell wund. Dadurch gelangen Bakterien in die Wunde, die Entzündungen und Juckreiz auslösen.

Juckreiz Hund Stress
Zeigt dein Hund stressbedingten Juckreiz, versuche die Ursache zu finden. Mehr Beschäftigung, ein geregelter Alltag oder sogar eine Verhaltenstherapie helfen deinem Hund wieder zur Ruhe zu kommen.

Andere Ursachen

Neben den bereits genannten Gründen können auch andere Ursachen Juckreiz beim Hund auslösen. Juckreiz kann ein Anzeichen für Erkrankungen wie Leishmaniose oder eine Analdrüsenentzündung sein. Bei entzündeten Analdrüsen rutscht dein Hund mit dem Po über den Boden, auch Schlittenfahren genannt. Wenn du als Juckreiz-Auslöser eine Erkrankung vermutest, hole dir sofort tierärztlichen Rat ein. Weitere Informationen über Leishmaniose findest du in diesem Beitrag.

Außerdem können Zeckenbisse oder Insektenstiche jucken. Der Juckreiz sollte dann schnell wieder verschwinden. Im Frühjahr und Herbst wechselt dein Hund sein Fell. Lose Haare und schuppige Haut führen dann zu Juckreiz. Wie du deinem Hund beim Fellwechsel unterstützt, erfährst du in diesem Beitrag. Im Winter kann Streusalz in den Pfoten deines Hundes hängen bleiben und Entzündungen mit Juckreiz verursachen.

Juckreiz tritt auch nach einer Operation auf. Manche Hunde haben eine Allergie gegen Antibiotika. Zusätzlich juckt die Wunde durch den Heilungsprozess. Dann ist eine Halskrause sinnvoll, um deinen Hund vom Lecken der Wunde abzuhalten.

Ohrenentzündungen beim Hund können auch rassebedingt sein. Hunde mit langem Fell und Schlappohren haben einen schlecht belüfteten Gehörgang. Dadurch kann schneller eine Entzündung entstehen, die unangenehmes Jucken verursacht.

Zusammenfassung – Ursachen für Juckreiz beim Hund

  • Parasiten (Flöhe, Milben)

  • Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit

  • Umweltallergie

  • Kontaktallergie

  • Hautpilze oder Entzündungen der Haut

  • Stress

  • Insektenstiche und Zeckenbisse

  • Allergie gegen Medikamente (bspw. Antibiotika)

  • Wunden bzw. die Wundheilung

Wieso wird das ständige Kratzen beim Hund mit der Zeit immer stärker?

Oft fängt Juckreiz leicht an und wird schleichend immer stärker. Das liegt beispielsweise daran, dass dein Hund eine Stelle wund leckt. Durch die offene Wunde können Entzündungen entstehen, die den Juckreiz verstärken. Auch Langeweile verstärkt den Juckreiz. Ist deinem Hund oft langweilig, kratzt er sich vermutlich häufiger. Wenn dein Hund aber beschäftigt ist, kann ihn das vom Juckreiz ablenken. Lecken, Knabbern und Kratzen dient auch dem Stressabbau. Steigt der Stress deines Hundes, verstärkt sich auch der Juckreiz.


Tatsächlich verstärken auch wir Menschen den Juckreiz unseres Hundes. Meist schenken wir unserem Hund sofort Aufmerksamkeit, sobald er sich kratzt. Beispielsweise indem wir das Kratzen verbieten oder verhindern wollen. Jede Art von Aufmerksamkeit, sei es nur das Anschauen deines Hundes, wirkt als positive Verstärkung. Dein Hund lernt also: „Wenn ich mich kratze, bekomme ich Aufmerksamkeit.“ Er kratzt sich dann öfter, damit du ihn beachtest. Wenn der Juckreiz keine gesundheitliche Ursache hat, versuche das Kratzen und Lecken deines Hundes zu ignorieren. Sollte sich dein Hund aus Langeweile kratzen, solltest du jeden Tag für ausreichend Beschäftigung sorgen.

Diagnose - Wie kann ich bei meinem Hund Juckreiz erkennen?

Juckreiz hat viele verschiedene Ursachen, weshalb eine Diagnose schwierig ist. Oft sind mehrere Tests und Untersuchungen nötig, um bestimmte Erkrankungen und Auslöser auszuschließen. Mithilfe von Abstrichen, Proben und Laboruntersuchungen wird die Ursache diagnostiziert. Ist eine Allergie der Auslöser für den Juckreiz, geben Allergietests oder eine Ausschlussdiät Klarheit.

Das passiert in der Tierklink

In der Tierklinik wird dein Hund untersucht. Parasiten wie Flöhe und Milben sind schnell zu erkennen. Daher kann man Parasiten zuerst ausschließen oder bei einem Befall direkt behandeln. Die Parasiten sind entweder mit bloßem Auge oder unter einem Mikroskop erkennbar. Abstriche oder Proben zeigen, welche Parasiten, Pilze oder Bakterien den Juckreiz auslösen. Sind die Proben unauffällig, wird dein Hund weiter untersucht. Ein Blutbild, Haut- und Gewebeproben geben Aufschluss über andere Ursachen. Bei einer Ohrenentzündung sind eine Otoskopie (eine Ohrenspiegelung) und die Untersuchung von Ohrsekretproben sinnvoll. Bei Verdacht auf eine Allergie sind verschiedene Allergietests oder eine Eliminationsdiät nötig. Weitere Informationen zur Eliminationsdiät beim Hund findest du in diesem Beitrag.

Auf diese Fragen kannst du dich vor dem Klinik-Besuch vorbereiten:

Um die Ursache für den Juckreiz deines Hundes zu finden, kannst du dich auf folgende Fragen vorbereiten. So hilfst du dem Team der Tierklinik den Auslöser zu diagnostizieren.
  • Seit wann kratzt sich dein Hund?

  • Wo kratzt sich dein Hund? An einer Stelle oder unterschiedlichen Stellen?

  • Wie oft kratzt sich dein Hund?

  • Wann kratzt sich dein Hund? Zu bestimmten Tageszeiten? Nach dem Spaziergang oder der Fütterung? Zu bestimmten Jahreszeiten?

  • Hat dein Hund die Beschwerden zum ersten Mal?

  • Haben andere Tiere im Haushalt ähnliche Beschwerden?

  • Hat dein Hund noch andere Beschwerden? Zum Beispiel Durchfall oder Erbrechen.

  • Hat sich etwas im Leben deines Hundes geändert? Ist zum Beispiel jemand verstorben oder seid ihr umgezogen?

  • Hast du vor kurzem das Futter deines Hundes umgestellt?

  • Sind Allergien bei deinem Hund bekannt?

  • War dein Hund vor Kurzem im Ausland? Beispielsweise in südlicheren Ländern?

  • Läuft dein Hund häufig durch hohes Gras?

  • Hatte dein Hund Kontakt zu anderen Hunden mit Juckreiz?

Behandlung - Juckreiz beim Hund lindern

Nachdem du die Ursache für den Juckreiz deines Hundes gefunden hast, musst du sie entsprechend behandeln. Milben und Flöhe lassen sich beispielsweise durch Salben und Shampoos entfernen. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle, um den Juckreiz zu lindern. In schlimmen Fällen ist die Therapie mit Medikamenten sinnvoll. Wir zeigen dir, wie du deinem Hund bei Juckreiz schnell helfen kannst.

Akuter Juckreiz - Was hilft sofort gegen Juckreiz?

Bei akutem Juckreiz helfen deinem Hund Salben und Lotionen, die kühlend und feuchtigkeitsspendend wirken. Entsprechende Pflegeprodukte findest du in der Tierklinik oder im Tierbedarf. Lagere die Produkte im Kühlschrank, um den kühlenden Effekt zu verstärken. Als Alternative zu Lotionen oder Salben eignet sich übrigens Quark. Dieser kühlt die betroffenen Hautstellen und das schmerzhafte Jucken lässt nach.

Außerdem gibt es verschiedene Medikamente und Hausmittel, die deinem Hund sowohl in akuten Fällen als auch langfristig helfen.

Medikamente bei Juckreiz

Je nach Ursache des Juckreizes bekommst du unterschiedliche Medikamente für deinen Hund. Gegen Flöhe und Milben helfen verschiedene Spot-On Präparate, Halsbänder, Sprays und Shampoos. Bei Hautinfektionen helfen verschiedene Salben und Antibiotika. In schweren Fällen und bei Allergien bekommt dein Hund Cortison, was allerdings starke Nebenwirkungen haben kann. Apoquel ist ebenfalls ein häufig eingesetztes Medikament bei Juckreiz. Nachfolgend führen wir bekannte Medikamente gegen Juckreiz auf.
Vor der Verabreichung der Medikamente solltest du dir immer einen tierärztlichen Rat einholen. Die Therapie und Dosierung müssen immer tierärztlich abgesprochen werden.

Selamectin

Selamectin ist als Spot-On oder Spray erhältlich und wirkt gegen Parasiten wie Flöhe, Milben und Zecken. Du kannst es bei akutem Befall oder zur Vorbeugung verwenden. Selamectin darf erst ab einem Alter von 6 Wochen aufgetragen werden. Zur Vorbeugung gegen Zecken und Flöhe trägst du Selamectin einmal monatlich auf. Bei Ohrmilben reicht eine einmalige Applikation, wobei Selamectin nicht direkt ins Ohr gelangen darf. Die Dosierung hängt auch vom Gewicht deines Hundes ab. Wir empfehlen vor der Anwendung des Medikaments einen tierärztlichen Rat einzuholen. Selamectin darfst du nicht auf die Schleimhäute auftragen. Außerdem kann das Fell an der Applikationsstelle verkleben.

Fipronil

Fipronil wirkt ebenfalls gegen Parasiten. Es ist ein Insektizid, das Flöhe, Haarlinge, Läuse, Zecken und Milben abtötet. Die Dosierung ist abhängig von dem Gewicht des Hundes und der Art der Parasiten. Halte daher mit der Tierklinik Rücksprache, wie du Fipronil anwenden sollst.

Permethrin

Permethrin ist ein weiteres Mittel gegen Flöhe, Milben, Zecken und Läuse. Das Mittel gibt es als Spot-On, Spray oder Shampoo. Es wird auch zur Prophylaxe genutzt. Je nach Produkt und Körpergewicht des Hundes ist eine unterschiedliche Dosierung sinnvoll. Permethrin reizt die Schleimhäute und Augen und kann zu Hautirritationen führen.

Antimykotikum

Ein Antimykotikum hilft gegen Pilzerkrankungen. Das Medikament ist als Salbe, Lotion und Gel erhältlich und du kannst es direkt auf die betroffene Stelle geben. Dadurch lässt der Juckreiz schnell nach und die Pilzinfektion geht zurück.

Cortison (auch Kortison)

Cortison ist ein bekannter Wirkstoff, der in verschiedenen Medikamenten enthalten ist. Cortison wirkt entzündungshemmend und hilft, Hautentzündungen oder chronische Entzündungen der Organe zu lindern. Dadurch hilft es auch bei Juckreiz. Mittlerweile kommen oft andere Medikamente zum Einsatz, da Cortison starke Nebenwirkungen verursachen kann. Cortison kann beispielsweise zu Fellverlust, Erbrechen, Durchfall und Magengeschwüren führen.

Glucocorticoide

Glucocorticoide haben viele Anwendungsgebiete und lindern unter anderem Juckreiz. Dabei deaktiviert der Wirkstoff die Entzündungszellen und zeigt eine schnelle Wirkung. Die Behandlung sollte nicht mehr als 14 Tage betragen. Bei der Gabe von Glucocorticoiden können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Darunter ein erhöhtes Durst- und Hungergefühl, eine höhere Anfälligkeit für Infektionen, vermehrte Harnausscheidung (Polyurie) und Erkrankungen der Niere. Die Gabe von zwei kleineren Tagesdosen soll die Nebenwirkungen abschwächen.

Oclacitinib

Oclacitinib hilft bei Juckreiz und bei einer akuten oder chronischen Entzündung der Haut. Das bekannteste Medikament mit Oclacitinib ist Apoquel. Oclacitinib kannst du bis zu zwei Wochen lang zweimal täglich mit einer Dosierung von 0,4 bis 0,6 mg pro kg geben. Danach musst du Oclacitinib nur noch einmal täglich verabreichen. Am besten klärst du die Dosierung vorher tierärztlich ab. Bei der Gabe von Oclacitinib kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Viele Hunde leiden unter Durchfall oder Erbrechen. Außerdem kann Oclacitinib das Immunsystem deines Hundes schwächen.

Cyclosporin / Ciclosporin

Cyclosporin hilft unter anderem bei Juckreiz und Hautentzündungen. Es ist ein Immunsuppressivum. Das bedeutet, dass es das Immunsystem unterdrückt. Daher ist es gut zur Behandlung von Juckreiz aufgrund von Allergien geeignet. Cyclosporin ist beispielsweise in dem Medikament Atopica enthalten. Ein Hund erhält ca. 5 mg pro kg Körpergewicht am Tag. Es dauert bis zu acht Wochen, bis die Beschwerden zurückgehen. Daher empfiehlt sich bei starkem Juckreiz die Kombination von Cyclosporin mit anderen Wirkstoffen wie Prednisolon oder Oclacitinib. Die Behandlung mit Cyclosporin kann zu Erbrechen und Durchfall führen. In seltenen Fällen kann es zu Zahnfleischentzündungen, Gewebeschädigungen, Hauterkrankungen und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen kommen.

Lokivetmab

Lokivetmab hilft Hunden mit Futtermittelallergie und allergischen Hautentzündungen. Es lindert den Juckreiz und ist vor allem für Hunde mit geringem bis mittlerem Juckreiz geeignet. Lokivetmab ist in dem Medikament Cytopoint enthalten. Es wird einmal im Monat mit einer Dosis von 1 mg pro kg injiziert. Spricht der Hund nicht auf die Behandlung an, ist gegebenenfalls eine höhere Dosis oder eine häufigere Verabreichung notwendig. Manche Hunde bilden Antikörper gegen Lokivetmab, sodass der Wirkstoff keine Wirkung mehr hat.

Hausmittel - Was kann ich meinem Hund gegen Juckreiz geben?

Neben Medikamenten helfen auch einige Hausmittel gegen Juckreiz beim Hund. Die Wirkung der Hausmittel ist nicht wissenschaftlich bewiesen und es gibt keine Studien zur Wirkungsweise. Die Angaben beruhen auf persönlichen Erfahrungswerten von Hundebesitzer*innen.
  • Kokosöl

    Kokosöl hilft bei trockener und strapazierter Haut. Einfach die betroffenen Stellen gut eincremen. Mische deinem Hund etwas Kokosöl ins Futter, um seine Haut von innen zu stärken. Zusätzlich soll Kokosöl Flöhe und andere Parasiten abschrecken.
  • Aloe Vera

    Aloe Vera eignet sich ebenfalls gut für trockene Haut. Das feuchtigkeitsspendende Gel kühlt die betroffene Stelle und lindert so den Juckreiz.
  • Ringelblumensalbe

    Ringelblumensalbe hilft bei Juckreiz und Irritationen der Haut. Du erhältst die Salbe in der Apotheke und im Drogeriemarkt. Achte darauf, dass die Salbe keine Duftstoffe enthält, die die Haut deines Hundes reizen.
  • Fenchelsamen und Kamillentee

    Fenchelsamen und Kamillentee beruhigen die Haut deines Hundes und lindern Juckreiz. Einfach den Tee abkühlen lassen und den Sud auf die betroffene Stelle geben. Lege deinem Hund alternativ kalte Umschläge mit abgekühltem Kamillentee an.
  • Quark

    Quark wirkt beruhigend auf die Haut und kühlt die betroffene Stelle. Dadurch lindert Quark schnell den Juckreiz deines Hundes.
  • Apfelessig

    Apfelessig hilft bei Juckreiz aufgrund von Flöhen und Parasiten. Der Geruch soll Flöhe abschrecken und trockener Haut vorbeugen. Allerdings darf Apfelessig nicht direkt auf offene Wunden oder entzündete Hautstellen gelangen. Außerdem solltest du den Apfelessig mit Wasser verdünnen. Dabei kannst du beispielsweise 1 Liter Apfelessig zu 0,5 Litern Wasser geben.
  • Kernseife

    Kernseife ist gut für ein Pfotenbad. Das Bad entfernt Pollen, Grasmilben und zum Beispiel Pestizide, mit denen dein Hund in Kontakt gekommen ist. Außerdem lindert das Bad den Juckreiz zwischen den Pfoten. Anschließend musst du die Pfoten ordentlich mit klarem Wasser abwaschen und abtrocknen.

Futterumstellung - Das richtige Futter bei Juckreiz

Bei Juckreiz aufgrund von einer Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit ist eine Futterumstellung die Lösung. Durch eine Umstellung auf ein hypoallergenes Hundefutter kommt dein Hund nicht mehr mit dem Allergieauslöser in Kontakt. Dadurch sollte der Juckreiz innerhalb einiger Wochen zurückgehen. Zusätzlich kannst du deinem Hund Öle wie Fischöl, Algenöl, Leinöl und Hanföl füttern. Diese Öle enthalten Omega-3, welches die Haut- und Fellgesundheit deines Hundes unterstützt.

Wir empfehlen unser Hundefutter mit Insekten für eine Futterumstellung. Mit unserem Futter konnten schon viele Hunde mit Allergien und Juckreiz wieder zur Ruhe kommen. Weitere Informationen zu hypoallergenem Hundefutter aus Insekten findest du in diesem Beitrag.

Sonstige Behandlungsmöglichkeiten

Diese Therapiemöglichkeiten können Juckreiz zusätzlich lindern und die Ursache bekämpfen.

Stress vermeiden

Bei Juckreiz aufgrund von Stress solltest du dingend herausfinden, was deinen Hund stresst. Versuche mit deinem Hund einen geregelten Tagesablauf zu führen und richte ihm genügend Rückzugsorte ein. Viele Hunde fühlen sich beispielsweise in einer Hundebox in einem ruhigen Raum wohl.

Mehr Beschäftigung

Manche Hunde lecken und kratzen sich, weil sie sich langweilen. Dein Hund muss körperlich und geistig ausgelastet sein. Gehe oft und lang genug mit ihm spazieren. Vielleicht ist auch Hundesport eine gute Idee für euch oder du machst mit deinem Hund Suchspiele. Hunde nutzen gerne ihre Nase und sind durch die Suche von zum Beispiel Leckerchen auch geistig ausgelastet. Dein Hund ist ein Genie? Dann versuche es mal mit Intelligenzspielzeugen. So bringst du deinen Hund zum Grübeln und er ist für einige Zeit beschäftigt. Dadurch vergisst er den Juckreiz und die Haut heilt ab.

Die richtige Fellpflege

Juckreiz entsteht auch durch lose Haare im Fell oder gereizte Haut. Durch die richtige Hautpflege und regelmäßiges Brüsten kannst du Juckreiz bei deinem Hund vorbeugen. Reibe das Fell zusätzlich mit etwas Kokosöl ein. Das Öl hilft gegen gereizte und trockene Haut. Wie du deinen Hund beim Fellwechsel unterstützt und welche Fellpflege dein Hund benötigt, erfährst du in diesem Beitrag.

Verhaltenstherapie

Einige Hunde reagieren mit starkem Lecken und Kratzen als Übersprungshandlung. Beispielsweise bei Überforderung. Ist das Verhalten bei deinem Hund bereits tief verankert, ist eine Verhaltenstherapie sinnvoll. Professionelle Trainerinnen und Trainer zeigen dir, wie du deinem Hund in dieser schwierigen Situation hilfst.

Allergene vermeiden

Wenn dein Hund Juckreiz aufgrund von Allergien hat, musst du die Allergene unbedingt meiden. Reagiert dein Hund auf sein Futter, hilft eine Futterumstellung. Bei einer Umweltallergie sollte deinen Hund zur Milbenzeit nicht durch hohes Gras laufen. Durch Waschen der Pfoten und Bürsten des Fells entfernst du Pollen und Gräser. Bei einer Kontaktallergie, zum Beispiel gegen Pflegeprodukte musst du die Produkte umgehend aus der Pflegeroutine entfernen. Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben hilft häufiges Staubsaugen und Waschen von Decken und Schlafplätzen bei über 60 °C.

Immuntherapie – Desensibilisierung bei Hunden

Eine Immuntherapie, auch bekannt als Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung, eignet sich für Hunde mit Allergien. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf eigentlich harmlose Stoffe. Bei der Therapie bekommt der Hund in einem bestimmten Intervall eine kleine Dosis des Allergens. Dadurch soll sich das Immunsystem an den Stoff gewöhnen und in Zukunft nicht mehr darauf reagieren. Das Intervall und die Dosierung müssen dabei individuell auf den Hund abgestimmt sein. Die Desensibilisierung sollte nur ein Spezialist durchführen. Bei einer langsamen und schrittweisen Therapie treten kaum Nebenwirkungen oder Beschwerden auf.

Es ist auch eine sublinguale Immuntherapie möglich. Das bedeutet, dass du deinem Hund ein- bis zweimal täglich die Dosis oral verabreichst. Dabei musst du allerdings genau dem Therapieplan folgen und trägst eine hohe Verantwortung. Daher empfehlen wir eine Desensibilisierung in einer darauf spezialisierten Tierklinik.

Juckreiz vorbeugen - Unsere 6 Tipps gegen Juckreiz

Juckreiz ist sehr unangenehm für deinen Hund. Wir zeigen dir sechs Tipps, wie du Juckreiz beim Hund vorbeugst.

1. Schutz gegen Parasiten

Ein häufiger Grund für Juckreiz sind Parasiten wie Flöhe, Zecken und Milben. Daher solltest du deinen Hund regelmäßig vor Parasiten schützen und das Fell nach kleinen Tierchen absuchen. Beim Schutz vor Parasiten gibt es verschiedene Präparate im Handel. Einige davon enthalten auch natürliche Bestandteile.

Natürliche Mittel gegen Zecken

Die folgenden Hausmittel sollen laut persönlichen Erfahrungen von Hundebesitzer*innen gegen Flöhe und Parasiten helfen. Die Wirkung der Mittel ist allerdings nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
  • Kokosöl

  • Zitrone

  • Apfelessig

  • Pfefferminz-Säckchen

  • Ätherische Öle

2. Häufiges Baden vermeiden

Tatsächlich benötigen unsere Hunde nicht so oft ein Bad wie wir. Bade deinen Hund nicht mehr als einmal pro Monat. Achte dabei darauf, geeignetes Shampoo zu verwenden oder nutze nur klares Wasser. Zu häufiges Waschen zerstört die natürliche Schutzschicht der Haut. Dadurch trocknet die Haut deines Hundes aus und es kommt zu Juckreiz. Verzichte also möglichst darauf, deinen Hund zu oft zu baden.

3. Haut- und Fellpflege

Durch die richtige Haut- und Fellpflege vermeidest du Juckreiz bei deinem Hund. Regelmäßiges Bürsten löst lockere Haare und fördert die Durchblutung. Dadurch unterstützt du Haut und Fell deines Hundes. Bürste deinen Hund nach dem Spaziergang, um Pollen und Blüten zu entfernen, die Allergien auslösen. Trockne zusätzlich die Pfoten deines Hundes immer gut ab, damit sich dort keine Hefepilze bilden.

4. Hygienisches Hundebett

Milben und Flöhe fühlen sich in Hundebetten richtig wohl. Reinige das Bett deines Hundes daher regelmäßig. Viele Hundebetten sind waschbar. Betten aus Kunstleder lassen sich gut abwischen und reinigen. Im Handel findest du Körbchenspray zur Reinigung des Hundebetts. Durch die regelmäßige Reinigung vermeidest du, dass es sich Milben und andere Tierchen im Hundebett gemütlich machen.

5. Stress vermeiden und genügend Beschäftigung

Unternimm mit deinem Hund viele Abenteuer und laste ihn auch geistig aus. Ob Hundesport, Suchspiele oder das Lernen neuer Tricks. Dein Hund freut sich Zeit mit dir zu verbringen und ist danach gut ausgelastet. Biete deinem Hund dennoch genügend Ruhephasen und Rückzugsorte. Dadurch vermeidest du, dass dein Hund sich aufgrund von Stress oder Langeweile kratzt.

6. Das richtige Futter

Die Haut und das Fell deines Hundes unterstützt du mit der richtigen Ernährung. Algen-, Fisch- und Leinöl enthalten Omega-3-Fettsäuren, welche gut für deinen Hund sind. Kokosöl unterstützt die Haut deines Hundes. Du kannst es unter das Futter deines Hundes oder direkt auf das Fell geben.

Hat dein Hund Juckreiz aufgrund einer Futtermittelallergie ist eine Umstellung auf ein Hundefutter für Allergiker sinnvoll.

Unsere Empfehlung – Insekten Hundefutter bei Juckreiz und Allergien

Viele Hunde leiden unter Juckreiz aufgrund einer Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit. Dabei lösen bestimmte Bestandteile im Futter den Juckreiz aus. Die Umstellung auf ein passendes Futter hilft deinem Hund wieder zur Ruhe zu kommen. Bei einer Futtermittelallergie empfehlen wir wärmstens unser Hundefutter aus Insekten. Insekten sind eine seltene Proteinquelle und eignen sich daher besonders gut für Allergiker. Unsere Sorten Patentrezept und Schonkost enthalten nur eine Handvoll Zutaten und sind gut verträglich. Bei der Sorte Patentrezept verleihen Süßkartoffeln und Insekten dem Futter einen unwiderstehlichen Geschmack. Bei der Sorte Schonkost sorgt die Kombination aus Insekten, Reis und Karotte für ein unbeschwertes Geschmackserlebnis. Mit unserem Hundefutter aus Insekten konnten wir schon vielen Hunden helfen. Probiere es jetzt aus, um deinen Hund vom quälenden Juckreiz zu befreien.

Kundinnen & Kunden mit glücklichen Hunden


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