Die schwarze Soldatenfliege - Nachhaltige Insekten

Welpen auf Straße

Die schwarze Soldatenfliege - Ein Umwandlungskünstler

Die Fliege ist nur wenige Millimeter groß, allerdings nicht zu unterschätzen. Die schwarze Soldatenfliege trägt einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Ressourcenverwertung bei. Ganz nach dem Motto “Klein, aber oho!”.

Kapitelübersicht

Kapitelübersicht

  • Merkmale der schwarzen Soldatenfliege

  • Herkunft der schwarzen Soldatenfliege
  • So ernährt sich die schwarze Soldatenfliege
  • Warum haben wir uns für die schwarze Soldatenfliege entschieden?
  • Wie kommt die Hermetia Illucens in unser Hundefutter?
  • Aber das ist doch Massentierhaltung?
  • Das Leidempfinden von Insekten

Merkmale der schwarzen Soldatenfliege

Die schwarze Soldatenfliege, auch unter Black Solider Fly (BSF) bekannt, gehört zu der Familie der Waffenfliegen. In Fachkreisen ist diese Fliege auch als Hermetia Illucens bekannt. Die schwarze Soldatenfliege ist, wie der Name sagt, eine schwarze Fliege mit einem breiten Kopf, Fühlern und einem langen schmalen Körper. Die Männchen werden bis zu 14 mm und die Weibchen sogar bis zu 17 mm groß. Die kleine Fliege sieht unspektakulär aus, ist aber ein wahrer Umwandlungskünstler unter den Insekten. Da sie ihre Nahrung in hochwertiges Protein umwandeln kann, wird die schwarze Soldatenfliege als Futterinsekt eingesetzt. Neben unserem Hundefutter gibt es auch Insektenfutter für Fische und Geflügel. Durch den hohen Fett- und Proteingehalt ist die Hermetia Illucens eine hervorragende Alternative zu Soja und Fischöl. Somit kann ihr Einsatz zusätzlich der Zerstörung des Regenwaldes und der Überfischung der Meere entgegenwirken.

Herkunft der schwarzen Soldatenfliege

Die Hermetia Illucens stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas. Durch den Menschen verbreitet, ist sie heutzutage fast weltweit etabliert. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Fliege bereits im Mittelmeerraum weit verbreitet. Durch einen geringen Anspruch an ihre Umwelt, kann die schwarze Soldatenfliege in vielen Gebieten leben. 
Eine Hermetia Illucens, schwarze Soldatenfliege. Abgebildet in Dar es Salaam, Tansania

So ernährt sich die schwarze Soldatenfliege

Die Larven der schwarzen Soldatenfliege ernähren sich in der Natur sowohl von pflanzlichen als auch tierischen Bestandteilen. Dabei können die Larven 2 Kilogramm Futter in 1 Kilogramm Körpermasse umsetzten. Sie wandeln ihre Nahrung in hochwertiges Protein um und leisten somit einen Beitrag zur Resteverarbeitung. Die Überreste werden neu genutzt, wodurch keine wertvollen Nährstoffe verloren gehen. Daher wird die Hermetia Illucens auch gern in der Kreislaufwirtschaft verwendet. In der Zucht und Haltung werden die schwarzen Soldatenfliegen allerdings als Nutztiere angesehen. Ihre Larven dürfen deshalb nicht mit Küchen- oder Speiseabfällen, Knochen- oder Fleischmehl oder Gülle gefüttert werden. Die Insektenlarven unserer Farmen werden rein pflanzlich ernährt. Der Hauptbestandteil des Futters ist Weizenkleie und energiereiches Roggenschrot. 

Warum haben wir uns für die schwarze Soldatenfliege entschieden?

Wir waren von Anfang an von der schwarzen Soldatenfliege fasziniert und haben uns bei der Rezeptur unserer Futtermittel bewusst für sie entschieden. Für die Verwendung der Hermetia Illucens sprechen sowohl ihr hervorragendes Nährstoffprofil als auch die hohe Verträglichkeit von empfindlichen Hunden. Außerdem können wir durch die schwarze Soldatenfliege ein besonders nachhaltiges Hundefutter anbieten.

Das Nährstoffprofil der schwarzen Soldatenfliege

Die Hermetia Illucens enthält mit 58 % Protein mehr als Rindfleisch und ist genauso wie Fleisch und Fisch sehr gut verdaulich. Die Soldatenfliege liefert hochwertige Proteine und Fette. Sie enthält alle essenziellen Aminosäuren und ist somit hervorragend als Proteinquelle in unserem Hundefutter geeignet. 

Aminosäurenprofil des Insektenmehls

(bestehend aus Hermetia Illucens)

Aminosäure

(g/100g)

Arginin

2,17

Histidin

1,48

Isoleucin

2,15

Leucin

3,32

Lysin

2,42

Methionin

0,78

Cystin

0,63

Phenylalanin

1,85

Threonin

1,91

Valin

2,92

Taurin

0,15

Asparaginsäure

3,91

Serin

2,11

Glutaminsäure

4,16

Glycin

2,54

Alanin

3,77

Tyrosin

3,69

γ-Aminobuttersäure

0,70

Ornithin

0,06

Prolin

3,07

Fettsäurenprofil des Insektenmehls

(bestehend aus Hermetia Illucens)

Fettsäure%
Gesättigte Fettsäuren66,4
Einfach ungesättigte Fettsäuren 14,1
Mehrfach ungesättigten Fettsäuren 18,4
Omega-3-Fettsäuren 1,3
Omega-6-Fettsäuren 17,0
Omega-9-Fettsäuren 11,2
Trans-Fettsäure 0,1
Caprinsäure 0,8
Laurinsäure 37,0
Myristinsäure 8,5
Myristoleinsäure 0,2
Palmitinsäure 16,9
Palmitoleinsäure 2,6
Heptadecansäure 0,1
Stearinsäure 2,7

Huhn vs. Schwarze Soldatenfliege –

Eine wissenschaftliche Studie

Das Institut für Tierernährung der tierärztlichen Hochschule Hannover hat eine Studie durchgeführt. In der Studie wurden Futtermittel mit Huhn und Futtermittel mit der schwarzen Soldatenfliege verglichen. Kriterien waren die Verdaulichkeit, die Akzeptanz und die Auswirkungen auf die Kotbeschaffenheit der Hunde. Es wurde festgestellt, dass die Rohprotein-Verdaulichkeit der Futtermittel keine großen Unterschiede aufwies. Bei der Rohfett-Verdaulichkeit schnitt das Futtermittel mit Hermetia Ilucens allerdings deutlich besser ab. Bezüglich der Akzeptanz zeigt die Studie keinen signifikanten Unterschied zwischen den Futtermitteln. Die Studie hat ergeben, dass das Futter mit Insektenprotein die Kotbeschaffenheit der Hunde aufgrund der höheren Wasserbindung begünstigt hat. Es lässt sich also zusammenfassen, dass beide Futtermittel gern gefressen und gut vertragen wurden. Das Futtermittel aus Insektenprotein hat allerdings eine höhere Rohfett-Verdaulichkeit und einen besonders guten Einfluss auf die Kotbeschaffenheit der Hunde.

Aminosäurenprofil des Insektenmehls (bestehend aus Hermetia Illucens)

Aminosäure

(g/100g)

Aminosäure

(g/100g)

Arginin

2,17

Taurin

0,15

Histidin

1,48

Asparaginsäure

3,91

Isoleucin

2,15

Serin

2,11

Leucin

3,32

Glutaminsäure

4,16

Lysin

2,42

Glycin

2,54

Methionin

0,78

Alanin

3,77

Cystin

0,63

Tyrosin

3,69

Phenylalanin

1,85

γ-Aminobuttersäure

0,70

Threonin

1,91

Ornithin

0,06

Valin

2,92

Prolin

3,07

Fettsäurenprofil des Insektenmehls (bestehend aus Hermetia Illucens)

Fettsäure

%

Fettsäure

%

Gesättigte Fettsäuren

66,4

Caprinsäure

0,8

Einfach ungesättigte Fettsäuren

14,1

Laurinsäure

37,0

Mehrfach ungesättigten Fettsäuren

18,4

Myristinsäure

8,5

Omega-3-Fettsäuren

1,3

Myristoleinsäure

0,2

Omega-6-Fettsäuren

17,0

Palmitinsäure

16,9

Omega-9-Fettsäuren

11,2

Palmitoleinsäure

2,6

Trans-Fettsäure

> 0,1

Heptadecansäure

0,1



Stearinsäure

2,7

Insektenprotein für Hunde mit Allergien und Unverträglichkeiten

Viele Hunde reagieren auf Proteine aus Fleisch allergisch. Die Verträglichkeit von seltenen Proteinquellen ist meist deutlich höher. Das Protein der Insektenlarve ist besonders hochwertig und ist somit sehr gut verträglich. Es eignet sich hervorragend für die Verwendung in hypoallergenem Hundefutter.

Hermetia Illucens – Eine nachhaltige Proteinquelle

Mit unserem Hundefutter möchten wir Herrchen und Frauchen eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Futtermitteln bieten. Es wird immer wichtiger unseren Planeten zu schützen. Mit der Nutzung der schwarzen Soldatenfliege können wir und unsere Kund*innen einen Beitrag dazu leisten. Insekten haben viele Vorteile gegenüber Rindern, Schweinen und Geflügel. Beispielsweise ist der essbare Anteil eines Insekts doppelt so hoch, wie der eines Rindes. Dabei liegt der Proteingehalt des Insekts bei rund 60 %. Der Proteingehalt von Rindfleisch liegt meist nur bei ungefähr 50 %. Aufgrund ihrer Größe benötigen die Insekten viel weniger Platz als andere Nutztiere. Der Futterbedarf von Rindern ist viermal höher als von Insekten. Ein Rind erzeugt 100-mal mehr CO2 als ein Insekt. Der größte Unterschied zwischen Insekt und Rind liegt bei dem Bedarf an Wasser vor. Bei einer Fütterung mit 250 g unseres Trockenfutters sparst du im Vergleich zu einer fleischhaltigen Fütterung bis zu sechs Badewannen Wasser ein. Die Verwendung von Insekten in Futtermitteln ist also deutlich nachhaltiger als die Verwendung von herkömmlichen Nutztieren.
Wir haben uns für die schwarze Soldatenfliege entschieden, da sie viele Vorteile gegenüber anderen Insekten bietet. Beispielsweise nimmt die Hermetia Illucens im ausgewachsenen Stadium keine Nahrung mehr zu sich, was die Zucht erleichtert. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Soldatenfliegen keine Krankheiten übertragen und somit für Mensch und Tier ungefährlich sind. Außerdem kann bei der Zucht auf Antibiotika und andere Medikamente verzichtet werden.

Wie kommt die Hermetia Illucens in unser Hundefutter?

Unsere Insekten werden in ausgewählten Farmen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Frankreich gezüchtet. Wir haben die Farmen vor Ort besucht und uns von den guten Haltungsbedingungen überzeugt. Die Larven durchlaufen in den Farmen verschiedene Stationen und haben eine Lebensdauer von etwa 13 Tagen. Wenn du genaueres über die Zucht der schwarzen Soldatenfliege wissen möchtest, schaue dir diesen Beitrag an: Woher kommen die Insekten für unser Hundefutter?

Bevor sich die Larven verpuppen, werden sie schonend heruntergekühlt. So verfallen sie in eine Art Kältestarre. Ein Schmerzempfinden ist bei Insekten bislang nicht nachgewiesen. Dennoch wollen wir den Insekten mögliches Leiden ersparen. Daher werden sie im Bruchteil einer Sekunde mit einem scharfen Messer und vor Ort zerkleinert. Es gibt keinen stressigen Transport, wie er in der konventionellen Schlachtung üblich ist. Für unser Trockenfutter verwenden wir getrocknete Insekten, die in einem speziellen Verfahren zu einem feinen Mehl gemahlen wurden. Dieses Mehl mischen wir dann zum Beispiel mit Süßkartoffeln, Leinsamen und Hanföl. Für unser Nassfutter nutzen wir tiefgefrorene Insekten, da so die Feuchtigkeit erhalten bleibt.

Aber das ist doch Massentierhaltung?

In konventionellen Mastbetrieben leben unzählige Tiere dicht gedrängt in viel zu kleinen Ställen. Hühner, Schweine und Rinder müssen unsere katastrophalen Bedingungen leiden. Schaut man sich die Situation in der Fleischindustrie an, wird jedem klar, dass es sich nicht um eine artgerechte Tierhaltung handeln kann. Diese Form der konventionellen Massentierhaltung lehnen wir aus tiefster Überzeugung ab. 
Aber wie sieht es eigentlich bei der Zucht von Insekten aus? Handelt es sich hierbei nicht auch um Massentierhaltung?

Tatsächlich kann auch die Haltung der schwarzen Soldatenfliege als Massentierhaltung bezeichnet werden. Allerdings ist Massentierhaltung nicht gleich Massentierhaltung. Man muss hier zwischen dem natürlichen Lebensraum von Insekten und anderen Nutztieren, wie Rindern oder Schweinen, unterscheiden. Schweine, Rinder und Geflügel benötigen viel Platz und werden oft in sehr kleinen Ställen gehalten. Man spricht von der konventionellen Massentierhaltung. Die schwarze Soldatenfliege hingegen lebt auch in der Natur in großen Kolonien und benötigt allein aufgrund ihrer Größe viel weniger Platz als herkömmliche Nutztiere. Vor allem die Larven lieben es in Gesellschaft zu sein. In der Natur leben sie in riesigen Gruppen und verschlingen so ihre Nahrung. In den Farmen leben die Larven in großen Kisten, in denen sie viel Platz haben. Trotzdem findet man die Larven immer in großen Haufen in einer Ecke der Kiste vor. Zerteilt man die Tiere mit der Hand, so dauert es nur wenige Sekunden, bis sie sich wieder zusammenfinden. Während ein einzelnes Rind oder Schwein also viel Platz benötigt, suchen die Larven der schwarzen Soldatenfliege nach der Nähre ihrer Artgenossen. Nur in Gruppen fühlen sie sich richtig wohl.

Das Leidempfinden von Insekten

Ob Insekten Leid und Schmerz empfinden bleibt bis heute umstritten. Es wird vermutet, dass Insekten keine bewusste Wahrnehmung haben, da ihnen der dafür zuständige Teil des Gehirns fehlt. Dieser Teil wird Neokortex genannt. Ohne die bewusste Wahrnehmung können auch Schmerz und Leid nicht gespürt werden. Kritiker*innen behaupten, dass Leid- und Schmerzempfinden trotzdem bei Insekten vorhanden ist. Der Tierpsychologe Vincent Dethier hat Küchenschaben Elektroschocks ausgesetzt und beobachtet. Er konnte feststellen, dass bei den Schaben ein Vermeidungsverhalten auftrat. Einige schließen aus diesem Versuch, dass die Insekten leiden. Außerdem mache es moralisch keinen Unterschied, ob ein Tier den Schmerz bewusst wahrnimmt, oder nicht. Wissenschaftler*innen hingegen, nehmen an, dass die Tiere nur nach Instinkt handeln und nicht aufgrund von Schmerz. Forschende sind der Meinung, dass zu viel Empathie für eine Nachforschung nicht angebracht ist. Verschiedene Beobachtungen und Studien weisen darauf hin, dass Insekten Schmerz und Leid höchstwahrscheinlich nicht wahrnehmen können. Auch eine Wahrnehmung des generellen Gemütszustands ist eher unwahrscheinlich. Beispiele für Beobachtungen sind, dass Heuschrecken weiter fressen, obwohl sie zur gleichen Zeit von einer Gottesanbeterin gefressen werden. Trotzdem kann aufgrund fehlender Beweise nicht hundertprozentig gesagt werden, dass Insekten Schmerz und Leid nicht wahrnehmen. Die Tötung unserer Larven erfolgt ohne Stress und im Bruchteil einer Sekunde, sodass die Larven keinen Schmerz empfinden können. Unseren schwarzen Soldatenfliegen und ihren Larven werden in den Farmen die bestmöglichen Haltungsbedingungen geboten. 
Du hast Fragen? Kontaktiere uns gern unter: hallo@ofrieda.de