
Leishmaniose beim Hund – Symptome, Therapie & Kosten
Kapitelübersicht
Gefährliche Mittelmeerkrankheit beim Hund – Was ist Leishmaniose?
Wie viele Hunde haben Leishmaniose?
Ein Stich der Sandmücke – Wie dein Hund Leishmaniose bekommt
Gefahr für den Menschen? – Ist Leishmaniose beim Hund ansteckend?
Ob man sich bei seinem Hund anstecken kann, ist noch nicht vollständig erforscht. Menschen können aber durch den Stich einer infizierten Sandmücke an Leishmaniose erkranken. Die infizierten Sandmücken gelangen meist im Fell der Hunde nach Deutschland. Außerdem können die Erreger über offene Ekzeme beim Hund oder durch einen Biss auf den Halter übergehen. In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 20 Personen an Leishmaniose. Besonders gefährdet sind dabei Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Diese Menschen sollten den Kontakt zu Hunden mit Leishmaniose daher vermeiden.
Weitere Informationen zur Ansteckungsgefahr bei Leishmaniose findest du auf der Website des Robert Koch Instituts.
Symptome – Wie macht sich bei deinem Hund Leishmaniose bemerkbar?
Leishmaniose ist eine komplexe Krankheit und kann sich auf unterschiedliche Arten äußern. Bis der Hund Symptome zeigt, können mehrere Monate oder sogar bis zu acht Jahre vergehen. Teilweise kann ein Hund auch symptomfrei bleiben. Ob dein Hund bei Leishmaniose Symptome zeigt, hängt davon ab, wie sein Immunsystem auf die Erreger reagiert. Einige Hunde aktivieren Abwehrmechanismen, welche die Parasiten töten oder unter Kontrolle halten. Häufig bricht die Krankheit aber aus. Der Hund wirkt müde und abgeschlagen. Nach einiger Zeit schwellen die Lymphknoten an und es entstehen Hautentzündungen. Die Entzündungen beginnen häufig an den Ohrrändern, der Nase und um die Augen. Bei den Entzündungen an den Augen wird oft von Brillenbildung gesprochen.
Weitere Symptome bei Leishmaniose sind Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall. Einige Hunde leiden unter Nasenbluten. Ist die Leishmaniose beim Hund weit fortgeschritten, können wichtige Organe, Gelenke, Augen und Blutgefäße massiven Schaden nehmen. Häufig kommt es zu einer Nierenentzündung, die unbehandelt eine Niereninsuffizienz auslösen kann. Wird dein Hund schnell behandelt, kannst du eine Schädigung der Organe vermeiden. Daher sollte beim Auftreten dieser Symptome dringend ein tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Die häufigsten Leishmaniose Symptome
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- Anschwillen der Lymphknoten
- Hautentzündungen an den Ohrrändern, der Nase und um die Augen (Brillenbildung)
- Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust
- übermäßiger Krallenwuchs, teilweise mit Entzündungen
- vermehrter Durst und erhöhte Urinausscheidung
- blasse Schleimhäute
- Fieber
- Nasenbluten

Bilder von Hunden mit Leishmaniose





Diagnose – So wird bei deinem Hund Leishmaniose nachgewiesen
Eiweiß-Elektrophorese bei Verdacht auf Leishmaniose
- Albumin
- Globuline- Alpha-Globuline- Beta-Globuline- Gamma-Globuline
Bei einem akuten Schub weisen infizierte Hunde eine erhöhte Konzentration von Globulinen auf. Außerdem sinkt oft der Albumin-Gehalt, weil der Körper Probleme hat, den Gesamteiweißgehalt (Albumin und Globuline) auszugleichen. Ein wichtiger Messwert ist der Albumin-Globulin-Quotient. Bei einer akuten Erkrankung ist dieser Messwert normalerweise niedriger als normal. Im chronischen Stadium der Leishmaniose können die Blutwerte normal sein und denen eines gesunden Hundes ähneln. Trotzdem sollten die Blutwerte regelmäßig überprüft werden, um einen möglichen Schub frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Die Eiweißelektrophorese kann auch verwendet werden, um den Erfolg der Behandlung von Leishmaniose zu überwachen. Bei Hunden, die auf eine Behandlung ansprechen, nimmt die Konzentration von Gamma-Globulinen im Blut ab. Das weißt auf eine Rückbildung der Entzündung und eine Verbesserung des Immunstatus hin. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Eiweißelektrophorese allein keine definitive Diagnose von Leishmaniose liefern kann. Die EEP sollte daher immer in Verbindung mit anderen diagnostischen Methoden und unter Berücksichtigung der klinischen Symptome eingesetzt werden. Insgesamt kann die Eiweißelektrophorese eine wertvolle Ergänzung zur Diagnose und Überwachung von Leishmaniose beim Hund sein.
Was zeigt eine Leishmaniose-Titer-Tabelle?
Typische Titerwerte und ihre Bedeutung:
Titer-Wert | Bedeutung |
< 1:40 | Kein Hinweis auf Leishmaniose |
1:40 bis 1:80 | Graubereich – weitere Untersuchungen empfohlen |
> 1:80 | Hinweis auf mögliche Infektion mit Leishmaniose |
> 1:160 | Starker Hinweis auf eine aktive Infektion |
Warum schwankt der Leishmaniose-Titer?
Verlauf der Leishmaniose – Die vier Stadien
1. Anfangsstadium
2. mittelgradige Erkrankung
3. schwere Erkrankung
4. Endstadium
Therapie – Wie lange kann ein Hund mit Leishmaniose leben?

Medikamente bei Leishmaniose
Die Therapie der Leishmaniose beim Hund erfolgt mit verschiedenen Arzneimitteln. Die Medikamente hemmen das Wachstum der Leishmanien und lindern die Symptome, können die Erreger aber nie ganz abtöten. Daher ist eine lebenslange Therapie notwendig. Bei den Medikamenten wird zwischen Leishmanistatika, Leishmaniziden und Immunmodulatoren unterschieden. Leishmanistatika hemmen das Wachstum der Leishmanien und Leishmanizdien haben eine abtötende Wirkung auf die Erreger. Immunmodulatoren beeinflussen das Immunsystem des Hundes, wodurch die Immunreaktion auf die Erreger verändert und verbessert wird.
Das am häufigsten verwendete Medikamente ist Allopurinol. Es wir oral verabreicht und lindert die Symptome. Gleichzeitig steigt durch Allopurinol das Risiko der Harnsteinbildung und der Nierenerkrankung. Häufig werden zur Behandlung mehrere Medikamte in Kombination verabreicht. Trotz der starken Nebenwirkungen tragen die Medikamente zu einer höheren Lebensqualität des Hundes bei. Eine Behandlung der Leishmaniose ohne Medikamente ist bis heute nicht möglich.
Leishmaniose-Schub trotz Allopurinol
Überblick – Medikamente zur Behandlung der Mittelmeerkrankheit
- Allopurinol:Allopurinol gehört zu der Gruppe der Leishmanistatika. Es ist das bevorzugte Mittel zur Behandlung von Leishmaniose und hemmt das Wachstum der Leishmanien. Es wird als Langzeittherapie eingesetzt und kann auch in Kombination mit anderen Medikamenten eingesetzt werden. In der Regel werden 10 mg pro kg Körpergewicht alle zwölf Stunden verabreicht. Allopurinol hat verschiedene Nebenwirkungen. Die Therapie mit Allopurinol begünstigt zum Beispiel die Bildung von Xanthinsteinen und Nierenerkrankungen. Zur Vorbeugung der Xanthinsteine muss auf eine purinarme Ernährung umgestellt werden.
- Glucantime / Meglumin-Antimonat:Glucantime gehört zur Gruppe der Leishmaniziden und hat eine abtötende Wirkung auf die Leishmanien. Die Therapie erfolgt üblicherweise 28 Tage lang. Dabei werden einmal täglich 100 mg pro kg Körpergewicht unter die Haut gespritzt. Dabei können schmerzhafte Schwellungen an den Einstichstellen entstehen. Außerdem leiden viele Hunde unter Durchfall und Erbrechen. Eine längere Anwendung von Glucantime kann Nieren- und Herzschäden verursachen. Daher sollte Glucantime nur als letzter Ausweg angewendet werden.
- Miltefosin / Milteforan:Miltefosin gehört ebenfalls zur Gruppe der Leishmaniziden und bewirkt den Zelltod der Leishmanien. Die Erreger werden aber nicht vollständig eliminiert. Die Therapie erfolgt üblicherweise 28 Tage lang. Dabei werden einmal täglich 2 mg pro kg Körpergewicht verabreicht. Miltefosin sollte unter das Futter gemischt und nicht auf leeren Magen verabreicht werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Zu den Nebenwirkungen gehören Verdauungsbeschwerden wie Erbrechen, Durchfall und Übelkeit. Außerdem kann Miltefosin zu Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Unwohlsein führen. Das Medikament darf nicht während der Trächtigkeit oder der Laktation und nicht bei Zuchttieren verabreicht werden.
- Domperidon:Domperidon gehört zu der Gruppe der Immunmodulatoren und beeinflusst die Immunreaktion des Hundes. Domperidon kann die Entstehung von Symptomen unterdrücken und wird auch zur Vorbeugung der Leishmaniose eingesetzt. Oft wird Domperidon mit anderen Medikamenten kombiniert. Während der Therapie bekommt der Hund üblicherweise 1 mg pro kg Körpergewicht. Normalerweise wird Domperidon mit höherer Dosierung bei Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Daher können diese Nebenwirkungen entstehen. Außerdem kann Domperidon eine Scheinschwangerschaft verursachen.
Purinarmes Hundefutter bei Leishmaniose
Erfolgt die Therapie der Leishmaniose mit dem Medikament Allopurinol, ist eine purinarme Ernährung des Hundes sinnvoll. Allopurinol beeinflusst den Purinstoffwechsel. Purine sind überlebenswichtige Bestandteile des Organismus und für den Aufbau der DNA notwendig. Der Körper bildet die Purine und scheidet überflüssiges Purin über den Urin aus. Zusätzliche Purine nimmt der Hund über die Nahrung auf.
Allopurinol verhindert den Abbau des Purins. Der Hund bildet ein Zwischenprodukt, sogenanntes Xanthin. Die erhöhte Xanthinausscheidung über den Urin begünstigt die Bildung von Harnsteinen. In diesem Fall sogenannte Xanthinsteine. Eine purinarme Fütterung deines Hundes entlastet den Purinstoffwechsel und mindert das Risiko der Xanthinsteinbildung. Doch ein geeignetes Leishmaniose Hundefutter zu finden ist nicht leicht. Nur wenige Hersteller deklarieren den Puringehalt ihres Futters. Daher empfehlen wir, bei der Auswahl des Futters einen tierärztlichen Rat einzuholen. Ausführliche Informationen über eine purinarme Ernährung bei Hunden findest du hier.
Unsere empfehlung
Unser Trockenfutter der Sorte „Held vom Feld" ist ausgezeichnet für eine purinarme Fütterung. Mit nur 27 mg Purin pro 100 g ist das Futter bei einer Leishmaniose Behandlung mit Allopurinol hervorragend geeignet. Zusätzlich kann sich dein Hund über purinarme Kaustangen freuen.
Tipps für eine purinarme Ernährung:
- Nutze ein purinarmes Alleinfuttermittel, achte dabei genau auf die Inhaltsstoffe. Wenn du dir unsicher bist, kontaktiere den Hersteller.
- Auch die Snacks für deinen Hund sollten purinarm sein. Eine gute Alternative sind purinarmes Trockenfutter oder Käsewürfel.
- Stelle deinem Hund ausreichend Wasser zur Verfügung. Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme ist für Hunde mit Blasen- und Nierenerkrankungen besonders wichtig.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten
Kosten bei Leishmaniose
Kosten für eine Leishmaniose-Behandlung:
- Leishmaniose-Test50 bis 80 € - einmal jährlich, bei einem aktuen Fall viermal jährlich
- Blutbild25 bis 50 € pro Blutbild - einmal jährlich
- Behandlung mit Allopurinol15 € für 100 Tabletten - 2x täglich 10 mg/kg Körpermasse für min. 6 bis 12 Monate (10 kg Hund = 2x 100 mg pro Tag = ca. 9 € pro Monat)
- Weitere Medikamente bei einem Schubbis zu 500 €
- Purinarmes Hundefutterje nach Gewicht des Hundes und Hersteller - teilweise ein Leben lang
Vorbeugung – Schütze deinen Hund gegen Leishmaniose
Prophylaxe gegen die Mittelmeerkrankheit beim Hund
- Reise nicht in Gebiete, in denen Leishmanien bzw. Sandmücken vorkommen. (Risikogebiete)
- Wenn doch, verwende spezielle Halsbänder und Spot-on Präparate, die Mücken verlässlich abhalten.
- Halte deinen Hund während der Dämmerung und Dunkelheit im Haus.
- Mückennetze vor Fenstern und Türen, Moskitonetze (Maschengröße weniger als ein Millimeter) über dem Schlafplatz
- Lass deinen Hund gegen Leishmaniose impfen.
Hund gegen Leishmaniose impfen lassen
Dein Hund kann ab einem Alter von sechs Monaten gegen Leishmaniose geimpft werden. Die Impfung erfolgt mit drei Injektionen im Abstand von jeweils drei Wochen. Eine Impfdosis kostet 60 €. Im ersten Jahr belaufen sich die Kosten also auf 180 €. Der Impfschutz wirkt erst nach etwa einem Monat ab der letzten Impfung. Ist ein Urlaub geplant, sollte die Impfung also mindestens drei Monate vorher verabreicht werden. Danach benötigt dein Hund eine jährliche Auffrischung. Eine Impfung ist nur möglich, wenn dein Hund negativ auf Leishmanien getestet wurde. Das Risiko einer Leishmanioseerkrankung ist bei geimpften Hunden bis zu viermal geringer. Ein vollkommener Schutz ist aber noch nicht nachgewiesen. Die Impfung aktiviert das Immunsystems des Hundes. Er ist in der Lage, den Erreger ohne Ausbruch von Symptomen zu eliminieren. Ziel der Impfung ist also nicht die Vermeidung der Infektion, sondern die Verhinderung des Krankheitsausbruches.
Du kannst deinen Hund optimal schützen, indem du ihn gegen Leishmaniose impfen lässt und entsprechenden Mückenschutz verwendest.
Hunde mit Leishmaniose versichern
Einen Hund mit Leishmaniose aufnehmen
Informiere dich gut über Leishmaniose beim Hund
Sei dir über die Kosten bewusst
Kontakt mit Anderen Haustieren und Menschen
Die 9 häufigsten Fragen zu Leishmaniose beim Hund
Wie macht sich Leishmaniose bei Hunden bemerkbar?
Wie lange kann ein Hund mit Leishmaniose leben?
Kann Leishmaniose von Hund auf Mensch übertragen werden?
Kann man Leishmaniose beim Hund heilen?
Wie kann ich meinen Hund vor Leishmaniose schützen?
Wie wird Leishmaniose bei Hunden diagnostiziert?
Wie wird Leishmaniose behandelt?
Wie verbreitet sich Leishmaniose?
Wie lange dauert es, bis Leishmaniose ausbricht?
Unsere Empfehlung – Purinarmes Hundefutter bei Leishmaniose
Purinarmes Nassfutter von Ofrieda
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